Terminvergabe

Sehr geehrte, liebe Patienten,

leider müssen wir nicht selten Beschwerden wegen langer Wartezeiten für Untersuchungstermine entgegennehmen; mitunter können wir Ihnen auch keine Terminvorschläge innerhalb vertretbarer Zeit mehr anbieten. Ihren Ärger können wir gut verstehen, und auch uns macht es keine Freude, Hilfe suchende Patienten vertrösten oder weiterverweisen zu müssen. Wir möchten Ihnen daher die Hintergründe des Problems erläutern und hoffen auf Ihr Verständnis:

  • Die große Nachfrage nach unseren Leistungen übersteigt unsere Möglichkeiten; wir freuen uns natürlich über diesen sehr guten Zuspruch, aber auch für uns hat der Tag nur 24 Stunden.
  • Seit Jahren wandern Ärzte (insbesondere Fachärzte) aus Neukölln in andere „lukrativere“ Bezirke ab. Diejenigen Ärzte, die im Bezirk bleiben, können aber zum Ausgleich ihre Kapazitäten nicht beliebig steigern. Für viele Fachrichtungen besteht in Neukölln eine Unterversorgung, in anderen Bezirken hingegen eine Überversorgung.
  • Der einzelne Vertragsarzt ("Kassenarzt") darf seine Leistungen nicht beliebig vermehren. Die meisten ärztlichen Leistungen unterliegen einer Budgetierung, d.h. der Arzt bekommt eine bestimmte Honorarmenge zugewiesen, die einer bestimmten Anzahl von Leistungen entspricht. Erbringt er darüber hinaus mehr Leistungen, so bekommt er diese nicht oder nur zu verringerten Sätzen vergütet. Für Magenspiegelungen (Gastroskopien) bedeutet dies z.B., dass pro Quartal nur eine begrenzte Anzahl von Untersuchungen zum vereinbarten Honorar vergütet wird, alle darüber hinausgehenden nur noch zu ca. 10% der normalen Vergütung (z.B. für eine Gastroskopie mit einem Arzt, zwei Assistenzpersonen und Geräten im Wert eines Oberklasse-PKWs ca. 8 Euro!). Zu diesen Bedingungen können diese apparativ aufwändigen und personalintensiven Leistungen nicht einmal annähernd kostendeckend erbracht werden.
  • In der Vergangenheit haben wir langfristige Untersuchungstermine bis zu 3 Monate im Voraus vergeben. Leider führte dies dazu, dass viele Patienten dann zum vereinbarten Untersuchungstermin nicht erschienen, und zwar ohne vorher ihren Termin bei uns abzusagen. Dadurch konnten diese Termine leider auch nicht an andere Patienten vergeben werden, und die Praxis stand öfter still. Sie werden verstehen, dass wir dies nicht länger hinnehmen konnten und daher nun Termine in der Regel nur noch 4 Wochen im Voraus vergeben. Noch längerfristige Termine vereinbaren wir nur auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten und nur persönlich (also nicht telefonisch). Hierdurch wurde das Problem deutlich geringer, und wir können nun mehr Patienten versorgen als zuvor.
  • Wenn Sie Ihren vereinbarten Termin bei uns nicht wahrnehmen oder sehr kurzfristig absagen, sehen wir uns leider gezwungen, Ihnen diesen in Rechnung zu stellen, da wir u.a. auf Grund der gesetzlich vorgeschriebenen Bedenkfristen für Einverständniserklärungen sowie wegen der zu einer Koloskopie erforderlichen mehrtägigen Darmvorbereitung diese Termine nicht einfach kurzfristig neu vergeben können. Für Koloskopien gilt hierbei eine Frist von 3 Werktagen vor dem geplanten Untersuchungstermin, für alle anderen Termine 24 Stunden bzw. 1 Werktag.
  • Falls wir Ihnen keinen Termin in vertretbarer Zeit anbieten können, nennen wir Ihnen die Namen anderer Fachpraxen, bei denen Sie nach Terminen nachfragen können. 
  • Wir versichern Ihnen aber, dass Patienten mit dringenden Beschwerden (z.B. akute starke Schmerzen, Bluterbrechen, Zeichen eines Darmverschlusses, Unvermögen zu schlucken usw.) selbstverständlich kurzfristige Termine bei uns erhalten. Hierfür halten wir ein spezielles Terminkontingent frei.


Wir arbeiten mit viel Engagement hier in Neukölln und bemühen uns stets um eine kompetente und zuvorkommende Behandlung unserer Patienten. Wir bedauern diesen Engpass zutiefst, sehen uns aber außerstande, politisch geschaffene Probleme im Alleingang zu kompensieren. Bitte lassen Sie Ihren verständlichen Ärger nicht an unseren Mitarbeiterinnen aus, die wirklich nichts dafür können!

Wir hoffen auf Ihr Verständnis.

Ihr Praxisteam Dr. Andreas Genrich & Dr. Cordula Kabus


Artikel im Berliner "Tagesspiegel" zur ärztlichen Versorgungsdichte
Artikel in der "Berliner Morgenpost" zur ärztlichen Versorgungsdichte